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Letztes Update: 26. Oktober 2008
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Zucht von Kornnattern
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Die Zucht von Kornnattern ist nicht sehr schwierig. Und trotzdem gilt es verschiedene Punkte zu berücksichtigen.
Aus diesem Grund hier einige Erfahrungen, Beobachtungen und Vorschläge zu den Themen Paarung, Eiablage, Inkubation, Schlupf, Aufzucht und zur Genetik.
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Paarung
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Die Verpaarung von Kornnattern ist nicht sehr schwierig. Dies ist auch ein Grund dafür, dass dieses Tier für Anfänger sehr geeignet ist.
Damit die Tiere einen möglichst natürlichen Biorhythmus haben ist es von Vorteil, die Zuchttiere zu überwintern. Die Erfahrung verschiedener Züchter/Innen zeigt, dass die Tiere dann ausgeruhter sind für die Paarung und die anschliessende Eiablage, dass sie mehr Eier legen und dass das Timing für die Verpaarung sehr einfach zu steuern ist.
Überwinterung
Ich persönlich beginne die Überwinterungsperiode damit, dass ich die Tiere von ca. Anfang November an nicht mehr füttere (sie dürfen nicht in gefüttertem Zustand überwintert werden, da durch die Abkühlung der Körpertemperatur der Tiere auch der Verdauungsvorgang stark verlangsamt wird und eventuelle Speisereste im Magen zu faulen beginnen können, dies kann zum Tode des Tieres führen). Bereits vorher habe ich begonnen, die Lichtperioden im Terrarium zu kürzen, von 12 Stunden im Sommer auf 10, 8 Stunden mit einigem Abstand dazwischen. Nachdem ich das Futter abgesetzt habe fahre ich mit der Beleuchtungsdauer weiter hinunter. Mitte November 6 Stunden. Auch die Tagestemperaturen sinken damit immer tiefer. Bis Ende November fahre ich die Beleuchtungsdauer auf 4 Stunden hinunter und die Temperatur im Terrarium beträgt dann noch etwa 16-180C. Nun nehme ich die Tiere aus den Terrarien, lege sie in Kunststoffboxen, welche Einstreu, eine Trinkschale und eine Feuchtbox beinhalten und stelle sie in den dunklen Estrich. Die Temperaturen in meinem Estrich betragen im Winter zwischen 11 und 150C. Das Wasser wird 1x wöchentlich gewechselt, ansonsten wird den Tieren in dieser Zeit absolute Ruhe gegönnt.
Ende Januar, Anfang Februar bringe ich die Tiere wieder in die Terrarien zurück. Nun findet der ganze Prozess mit Temperatur und Lichtdauer in umgekehrter Weise statt. Bis ca. Mitte März steigere ich die Temperaturen wieder auf ca. 20-220C und die Lichtdauer auf 10 Stunden. Ab ca. 180C beginne ich die Tiere wieder zu füttern.
Sobald die Tiere gut gefüttert sind und aktiv werden, häuten sie sich. Dies ist dann auch der Startschuss für die Paarungszeit. Männchen und Weibchen werden zusammen gesetzt. Die Beleuchtungsdauer wird noch bis auf 12h gesteigert und die Temperaturen bleiben im Raum (Nachttemperaturen) auf ca. 20-220C und steigen durch die Beleuchtung während der Tagesperiode auf ca. 25-280C, lokal sogar heisser (siehe “Einrichtung”).
Verpaarung
Sobald sich die Schlangen gehäutet haben, setze ich das Männchen zum Weibchen hinein. Meist beginnen die Tiere sofort mit heftigen Zuckbewegungen, kriechen sich nach und schmeigen sich aneinander. Manchmal kommt es sofort zur Kopulation, manchmal werden die Tiere wieder ruhiger, ohne sich gepaart zu haben. In diesem Falle lasse ich das Männchen einige Tage im Terrarium. Bei geglückter Verpaarung nehme ich das Männchen einige Stunden später wieder aus dem Terrarium des Weibchens. Zwei, drei Wochen später wiederhole ich dieses Vorgehen noch einmal.
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Eiablage
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Wenige Tage bevor es zur Eiablage kommt, sucht sich das Weibchen im Terrarium einen geeigneten Ablageplatz. Ich persönlich stelle in jedes Terrarium einen flachen Kunststoffbehälter mit Deckel. In den Deckel schneide ich ein Loch mit einem Durchmesser von ca. 5-6cm. Den Behälter fülle ich zu etwa 2/3 mit Vermiculit. dieses Substrat halte ich andauernd feucht. Dieser Behälter gehört bei mir zur Grundausstattung der Terrarieneinrichtung (siehe “Einrichtung”) und wird nicht erst vor der Eiablage hineingestellt. Dies ist aber auch eine Möglichkeit. Da ich echte Pflanzen in den Terrarien habe kommt es auch vor, dass die Weibchen in dieser Zeit der Suche nach dem geeignetsten Ablageplatz derart in der feuchten Erde herumwühlen, dass die Pflanzen regelrecht ausgetopft werden. Ich habe nun angefangen, eine Schicht Kieselsteine auf die Blumenerde zu geben, so lassen die Tiere das Graben in den Töpfen sein. Trotz der Grabtätigkeiten haben die Weibchen aber alle in der Box abgelegt.
Einen, bis mehrere Tage vor der Eiablage verschwinden die Weibchen in den Behälter und werden ganz ruhig. Die Eiablage kann mehrere Stunden dauern. Von diesem Moment an, in welchem sich das Weibchen zurück zieht, bis die Eier sicher alle gelegt sind, sollte das Weibchen möglichst nicht gestört werden, sonst könnte es zu Komplikationen wie z.B. Legenot kommen (siehe Literatur).
Sind die gelegten Eier schön prall, trocken und weiss, dann sind sie befruchtet und gesund. Häufig kommt es vor, dass es ein, bis mehrere, unbefruchtete Eier dabei hat. Diese sind deutlich daran erkennbar, dass sie meist gelblich gefärbt und feucht sind. Sie sind auch nicht gleich fest und meist auch nicht so gross wie die befruchteten Eier.
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Inkubation
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Zur Inkubation (Ausbrütung) der Eier gibt es verschiedene Methoden. Dabei gibt es aber zwei Komponenten, die bei jeder Methode gleich sind und die zur komplikationslosen Inkubation unumgänlich sind: Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Die Temperatur muss sich zwischen 22-300C bewegen und die Luftfeuchtigkeit sollte sehr hoch sein. Nahe an der Sättigungsgrenze ist ideal, dabei muss aber eine gewisse Belüftung gewährleistet sein.
Wie diese Bedingungen erfüllt und welche Gefässe und Substrate wie verwendet werden können, steht in diversen Büchern geschrieben. Ich gehe hier nur auf meine eigenen Methoden ein:
Mein erster und zur Zeit einziger Inkubator ist selbstgebastelt. Ich lege in eine Styroporbox eine Heizmatte und darauf stelle ich 2 Kunststoffschalen, in welche ich ca. 2cm Wasser gebe. darüber lege ich eine Glasplatte so, dass sie den Rand der Syroporbox nicht berührt. Auf diese Platte stelle ich nun die Gefässe mit dem Substrat und den Eiern.
Ich benutze Vermiculit, mit welchem ich eine Kunststoffbox zu 2/3 fülle. Das Vermiculit habe ich vorher nass gemacht und von Hand ausgedrückt. So erhält es die ideale Feuchtigkeit. Die Eier lasse ich als “Klumpen” zusammen und grabe die untersten Eier etwas ins Substrat ein. Vorsicht! Die Eier müssen von der Orientierung her (oben, unten) genau so in den Behälter gelegt werden, wie sie vom Weibchen abgelegt wurden. Werden sie gedreht, erstickt der Fötus im Ei. Über die Eier lege ich eine lockere Schicht mit angefeuchtetem Moos, welches auch die Eier, die obenauf lie-gen, feucht hält Auf die Styroporbox lege ich den Deckel, in welchen ich eine Glasplatte eingebaut habe. Diese dient dazu, dass ich zur Überwachung nicht immer den Deckel abnehmen muss, denn dadurch entweicht Feuchtigkeit und Wärme, was für die Eier bei täglicher Inspektion nicht gut ist.
Die Heizmatte bildet im Inkubator eine konstante Temperatur von 28-300C. Durch das Wasser und das feuchte Vermiculit ist die Luftfeuchtigkeit gewährleistet.
Ich überprüfe die Eier ca. alle 3 Tage. Dabei hebe ich den Deckel kurz ab und schaue unter das Moos. So wird die Box auch gleich kurz belüftet. Sollten die Eier einfallen und das Substrat und das Moos austrocknen, gebe ich etwas Wasser ins Vermiculit und feuchte das Moos neu an. Ansonsten schaue ich nur, dass in den Wasserbecken immer Wasser drin ist.
Einige Tage vor dem Schlupf fallen die Eier ein, da die Schlangen beginnen, das überschüssige Eiweiss zu absorbieren. Zu diesem Zeitpunkt hat das Einfallen der Eier nichts mehr mit der Feuchtigkeit zu tun. Bis zu diesem Zeitpunkt lasse ich die Kunststoffgefässe mit den Eiern offen. Nun verschliesse ich sie mit einem Deckel, damit die geschlüpften Jungtiere nicht aus der Box entweichen können. Selbstverständlich ist die Box und der Deckel mit Luftlöchern versehen.
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Schlupf
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Einige Tage bis wenige Stunden vor dem Schlupf, beginnt das Ei einzufallen. Dies darum, weil die Schlange beginnt, das überschüssige Eiweiss zu resorbieren (aufzunehmen). Ist die Schlange bereit zum Schlupf, beginnt sie mit dem Eizahn, der vorne auf der Schnauze des Schlüpflings gewachsen ist, das Ei aufzuschlitzen. Diese meist geraden, wenige Millimeter bis mehr als einen Zentimeter langen Schlitze werden meist an der obersten Stelle des Eis vollzogen. machmal ist es nur ein Schnitt, der dem Kornnatterbaby genügt, oft sind es jedoch eine ganze Reihe von Schnitten, die zum Teil parallel zueinander, zum Teil auch kreuz und quer durcheinander eingeritzt werden.
Aus diesen Schlitzen reckt der Schlüpfling schon bald einmal seinen Kopf aus dem Ei. Nur den Kopf, ganz vorsichtig und langsam, um dann so für mehrere Stunden zu verharren. Jeder Zeit bereit, bei Störung den Kopf sofort wieder ins Ei zurück zu ziehen, kann es bis zu 24 Stunden und mehr dauern, bis das Schlangenjunge endlich das Ei verlässt. In dieser Zeit wird weiterhin Eiweiss resorbiert. Dies ist auch der Grund, wieso die Tiere in dieser Phase absolut nicht gestört werden sollten. Je weniger sie gestört werden, desto gestärkter können sie die ersten Tage ihres Lebens, in denen sie meist keine Nahrung zu sich nehmen, in Angriff nehmen. Das resorbierte Eiweiss dient dabei als Vorrat für diese Zeit.
Mir ist bewusst, dass es Überwindung kostet, die Tierchen in dieser wohl spannendsten Zeit (für die Züchterin, den Züchter) in Ruhe zu lassen, aber die Tiere werden es dir danken! Mit Glasfenstern im Inkubator kann etwas gemogelt werden...
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Aufzucht
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Sind die jungen Schlangen geschlüpft, setze ich sie in Kunststoffboxen (ca. 12x12cm). Als Bodensubstrat verwende ich grobkörniges Vermiculit. Dies hat die Vorteile, dass es Feuchtigkeit (Kot) sofort aufsaugt, dabei aber Keimfrei bleibt (kein Schimmelbefall etc.)
In die Box stelle ich eine kleine Kunststoffschale mit Deckel. In den Deckel schneide ich ein Loch mit einem Durchmesser von ca. 1 bis 1,5cm. Diese Schale fülle ich zu ca. 2/3 mit Vermiculit, welches ich aber ständig feucht halte (nicht nass!). Die Schlangen sind besonders den Tag hindurch sehr gerne darin, da sie sich dort geschützt fühlen und da sie die hohe Luftfeuchtigkeit mögen. Gegen Abend kommen sie dann aus den Schalen hervor und werden aktiv. Einen grossen Vorteil bringt der Einsatz dieser Schale mit sich: Die Jungtiere häuten sich immer hervorragend!
Auf die Schale stelle ich zum Schluss noch einen kleinen Blumenuntersatz, welcher immer frisches Wasser enthält.
Die Boxen beschrifte ich genau (siehe Bild nebenan), damit ich für jedes Tier die Übersicht behalte, z.B. wie oft es schon gefressen hat.
Gerade aus oben erwähntem Grund empfiehlt es sich, die Jungtiere einzeln zu halten. Zudem kann ich aus meinen Beobachtungen schliessen, dass alleine gehaltene Schlüpflinge besser fressen, als die Vergesellschafteten.
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