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Guttatanest |
beat mumenthaler |
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Zuerst möchte ich bei diesem Kapitel vorweg nehmen, dass ich hier einzig und alleine meine Erfahrungen niederschreibe und absolut keinen Anspruch auf Vollkommenheit stelle. Alle Aussagen sind von mir und falls sich jemand angegriffen fühlt - ich bin immer gerne für konstruktive Diskussionen zu haben ;-)
1. Fütterung von subadulten und adulten Tieren: Ich persönlich handhabe es so, dass ich meine Tiere nicht regelmässig füttere, also nicht einmal pro Woche oder jeden 2. Mittwoch... Ich beobachte die Aktivität meiner Tiere und füttere sie dann, wenn sie nach einer Ruhepause (Verdauung des Futters) wieder aktiv werden. Das heisst, zuerst lasse ich sie einige Tage, bis zu einer Woche und mehr, aktiv sein, bevor ich sie wieder füttere.
2. Fütterung von Schlüpflingen und Jungtieren Das ist nun meiner Meinung nach das heikelste Thema der Fütterung. Da nicht alle Jungtiere von sich aus einfach zu fressen beginnen... Da stellt sich für mich bereits die Frage - wieso? Wären diese Tiere in der Natur überlebensfähig? Würden sie bei anderen Futtertieren (als Pinkys) besser ans Futter gehen? Oder ist diese Tatsache der Erste Schritt zur natürlichen Selektionund die Tiere würden in der Natur verenden?... Tatsache ist, dass einige Jungtiere sofort mit Wonne an die frisch geschlüpften Mäusebabys gehen und andere absolut nichts fressen wollen... Nun gibt es da diverse Tricks und Hilfsmittel, wie diese Tiere zum Fressen gebracht werden können - oder auch nicht: - Der Schlüpfling wird mit dem Mäuschen gereizt, bis er zu einem Verteidigungsbiss ansetzt. Sitzt dieser (an der Schnauze der zuvor abgetöteten Maus) kann es sein, dass die Schlange beginnt, die Beute herunter zu schlucken. Das ist der Glücksfall... - Klappt das nicht, gibt es die Methoden, die ich nicht gerne habe und welche in meinen Versuchen zu keinem grossen Erfolg geführt haben... Alle Arten von aufschlitzen (Hirn, Bauch...) der Maus... - Und zuletzt das “Stopfen” der Schlängis. Eine für das Tier sehr stressige Variante, die aber bei einigen Tieren unumgänglich ist, wenn sie unbedingt am Leben erhalten werden müssen... Ja, ich bin mir nicht sicher, ob dies immer der Fall sein muss!? Ein Tier das nicht frisst ist schwach. Und ich weiss nicht, wie gross der Sinn ist, es auf biegen und brechen am Leben zu erhalten. Ich für mich bin da völlig hin und her gerissen. Auf der einen Seite, ist es mir als Züchter ein Anliegen, die Tiere durchzubringen und ihnen zu helfen. Auf der anderen Seite komme ich auch immer wie mehr zu der Überzeugung, dass die Zwangsfütterung für das Tier ein so grosser Stress ist, dass ich diese Methode nicht mehr bei allen schlecht- oder nichtfressenden Tieren anwende. Tatsache ist aber auch, dass Tiere, die ich zuerst gestopft habe, später immer selber gefressen haben und keine merklichen Nachteile gegenüber den anderen Tieren mit sich gezogen haben. Diese Tiere sind alle samt zu kräftigen, gesunden Tieren herangewachsen - was wiederum dafür spricht, dass man dem Tier so das Leben retten kann... Auch ist es so, dass alle Schlüpflinge, die nicht selber ans Futter gingen, und welche ich nicht gestopft habe, eingegangen sind - keines davon hat selber zu fressen begonnen...
3. Weitere Tricks, eine gestresste oder nicht fressende, junge Kornnatter zum Fressen zu bringen: Wenn das Tier zum Beispiel an einer Börse gekauft wurde oder sonst einen Ortswechsel mitmachen musste oder wenn das Tier irgend einem anderen Stressfaktor ausgeliefert wurde kann es sein, dass es nicht fressen will. In diesen Fällen ist Geduld angesagt! Das Tier muss sich, bevor es wieder gefüttert wird, zuerst beruhigen und wohl fühlen können! Das Tier sollte in dem Behälter oder Terrarium, in welchem es leben soll, vorerst einmal für mindestens eine Woche nicht gestört werden. Natürlich freuen wir uns über ein neues Tier und wollen es möglichst viel sehen und vielleicht sogar berühren... Aber wir tun dem Tier und uns damit keinen Gefallen! Es ist durchaus möglich, dass das Tier so gestresst bleibt, dass es über lange Zeit kein Futter annimmt oder es annimmt um es dann wieder auszuwürgen. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass Tiere, die einmal angefangen haben Essen auszuwürgen, fast nicht mehr damit aufgehört haben! In dem Fall muss sozusagen bei Null begonnen werden. Das Tier muss 1-2 Wochen unter möglichst optimalen Haltebedingungen (Wärme, Versteckmöglichkeiten...) ungestört gelassen werden. Nun kann probiert werden dem Tier wesentlich kleineres Futter, als normalerweise angeboten wird (bei einem Schlüpfling zum Beispiel nur der Kopf eines Pinkys), anzubieten. Wichtig ist auch, dass die Schlange in dieser Zeit während der Terrarien-Tageszeit einen Platz aufsuchen kann, der mindestens 28 Grad Celsius warm ist. So kann die Schlange das Futter rasch möglichst verdauen. Verdaut die Schlange das kleine Futter, ohne es erneut auszuwürgen, kann nach einiger Wartezeit (mehrere Tage) erneut Futter angeboten werden, und die Grösse des Futtertiers kann langsam wieder gesteigert werden. Würgt aber die Schlange das Futter wieder aus, muss von vorne begonnen- , oder ein Tierarzt aufgesucht werden. Gerade bei schlecht- oder nicht fressenden Jungtieren habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass oft das Behältnis zur Fütterung oder überhaupt das Behältnis zur Haltung zu gross gewählt wird. Es empfiehlt sich, das Jungtier, bis es wirklich gut frisst, in einem kleinen Behälter, mit einer Versteckmöglichkeit (siehe auch Aufzucht) zu halten. Was ein Jungtier sicher stressen kann ist, wenn es für die Fütterung aus seiner gewohnten Umgebung entrissen wird, was oft der Fall ist, weil ein zweites Tier im Terrarium ist oder der Bodengrund so beschaffen ist, dass sich das Tier beim Fressen Verletzungen zuziehen könnte. Ich persönlich füttere die Schlangenbabys immer in ihrem Behälter und zwar im Versteck (kleiner Behälter mit feuchtem Vermiculit) dort fressen sie gut, müssen nicht gestört werden und wenn sie etwas Vermiculit verschlucken, passiert nichts. |
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